Die Rückkehr des Lachses

Der Lachs wandert wieder durch den Rhein in die Nebenflüsse. Foto: S. Zankl © Uni­ver­si­tät zu Köln
Lachs wird im Wasser freigelassen. Foto: S. Zankl

Der Lachs ist ein Wanderfisch. Im Frühling schlüpfen die Jungtiere aus den Eiern, die tief im Kies der Bäche vergraben sind. Sie jagen in flachen Gewässern nach Kleintieren und wachsen heran. Mit 1 bis 2 Jahren schwimmen sie Richtung Meer, durch den Atlantik bis nach Grönland und ernähren sich dort von Krebsen und kleinen Fischen. Wenn sie dort lange bleiben, können Lachse 1 Meter lang und 10 Kilo schwer werden. Zum Laichen zieht es sie zurück in ihren Heimatfluss, sie wandern stromaufwärts, überwinden Stromschnellen und kleine Hindernisse bis sie in ihrem klaren Heimatbach ankommen und im Herbst die Paarungszeit beginnt. Nach dem Laichen sterben die meisten Lachse und ein neuer Zyklus beginnt.

Der ursprüngliche Rheinlachs ist ausgestorben. Vor 15 Jahren beschlossen alle Rheinanliegerstaaten ein Programm zur Wiederansiedelung der Lachse. Das Aktionsprogramm Rhein "Lachs 2000" war erfolgreich und erreichte das Ziel, vielen Wanderfischen den Weg durch den sanierten Rhein zu ermöglichen. Als Fortsetzung wurde das nächste Aktionsprogramm gestartet:

 PDF Aktionsprogramm Rhein & Lachs 2020

Stark gefährdeter Aal

Blankaal Foto:© Stefan Staas
Blankaal Foto:© Stefan Staas

Der Aal ist ein Wanderfisch. Er wächst die ersten 10 Jahre im Süßwasser der Flüsse heran, wandert dann Richtung Nordsee und weiter in den Westatlantik zu den Laichplätzen. Von dort driften die durchsichtigen Aallarven mit dem Golfstrom zurück an die europäische Küste. Als sogenannte Glasaale beginnen sie dann ihren Aufstieg zurück in die Flüsse. 

Die Aalbestände sind europaweit überfischt und die jungen Glasaale werden für Aquakulturen und Verzehr gefischt. Der Bestand des Aals ist trotz Besatzmaßnahmen und Schutzprogrammen stark gefährdet und er steht auf der Liste gefährdeter Arten.

Untersuchungen zum Wanderverhalten des Aals werden durch Kooperationspartner auch in der Ökologischen Rheinstation durchgeführt.

Das Maifisch-Projekt

Maifische in der ökologischen Rheinstation Foto:Foto © P.Beeck

Der Maifisch ist ein Süßwasserhering. Wie andere Heringe lebt er den größten Teil seines Lebens im Meer. Mit 3 bis 5 Jahren wandert er im Frühjahr in Schwärmen die großen Flüsse hinauf. Im Mai trifft er zur Fortpflanzung an den kiesreichen Flussbänken ein. Schon nach 4 Tagen schlüpfen die Fischlarven aus den Eiern und im Laufe des Sommers driften die jungen Maifische mit der Flussströmung zurück ins Meer.

 

 

Rheinbestand erloschen

Im 19. Jahrhundert zog der Maifisch in Massen den Rhein hinauf und war für Kölner Fischer eine wichtige Grundlage. 1930 ist der Maifisch ausgestorben. Die Ursache liegt an der Überfischung, der Gewässerverschmutzung und an den Wanderhindernissen. Der Maifisch wird im Rhein nur noch in Einzelexemplaren nachgewiesen.

Forschungsprojekte in der Rheinstation

Dr. Peter Beeck von der Universität Köln prüfte 2003-2005 in einer Machbarkeitsstudie, ob wesentliche Vorraussetzungen für eine Wiederansiedelung des Maifisches im Rhein vorhanden sind.

2004 wurde in Zusammenarbeit mit dem französischen Cemagref-Forschungsinstitut in Bordeaux in einem Modellversuch Eier und junge Maifischlarven von Frankreich zur Ökologischen Rheinstation der Universität Köln transportiert. Dort schlüpften die Larven aus den Eiern und entwickelten sich im Rheinwasser zu Jungfischen.

 

LIFE-Projekt Maifisch: Die Wiederansiedlung des Maifischs (Alosa alosa) im Rheinsystem

Das Maifisch-Projekt wird im Auftrag des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW durchgeführt und setzt sich für den Erhalt und den Schutz des Maifisches ein. Ziel des Projektes ist, dass laichbereite Maifische wieder in den Rhein einwandern und eine gesunde Population bilden, die langfristig ohne Besatzmaßnahmen auskommt. Die ersten Maifische werden 2013 zurück erwartet (ihr Lebenszyklus beträgt ca. 5 Jahre)
Finanziert wurde das internationale LIFE-Projekt von 2007 bis 2010 mit EU-Mitteln (50%) und einer Kofinanzierung aus Frankreich, Niederlande und Deutschland

 LIFE-Projekt Maifisch

2008 erfolgte der erste größere Besatz von Maifischlarven im Rhein. Die Rückkehr der ersten erwachsenen Maifische wird für das Jahr 2011 erwartet. Die Jungtiere wurden markiert und ermöglichen eine Erfolgskontrolle im LIFE-Projekt.

Der Maifisch und sein Lebensraum im Rhein

Der Maifisch braucht flache Wasserzonen aus Sand und Kies als Nahrungsgrund, zum Ausruhen, als Laichgebiet und als Jungtierlebensraum.

 

 

Fische im Rhein

Ökologische Forschungsstation Grietherbusch

Ökologische Forschungsstation Grietherbusch

Die Universität zu Köln betreibt zwei Forschungsstationen mit unterschiedlichen Schwerpunkten am Rhein. Auf der Ökologischen Rheinstation in Köln stehen vorrangig die wirbellosen kleineren und kleinsten Tierarten im Mittelpunkt der Forschung. Die Forschungsstation in Rees-Grietherbusch nimmt die Rheinfische in den Fokus ihrer Arbeit: 

Wanderfischprogramm NRW

Mit dem Wanderfischprogramm NRW sollen ausgewählte Wanderfischarten wie Aal, Lachs und Maifisch durch gezielte Maßnahmen in ihrem Bestand gefördert werden. Es geht u.a. um Durchgängigkeit der Fließgewässer, um Laichplätze, Jungtierhabitate und Besatzmaßnahmen.

 

Aktionsprogramm Rhein & Lachs 2020

Die Internationale Kommission zum Schutz des Rheines (IKSR) legt weitere Ak­tio­nen zur Rückkehr des Lachs fest:

  1.  Ha­bi­ta­te wie­der­her­stel­len
  2. Au­en ak­ti­vie­ren
  3. Ge­wäs­ser­struk­tur ver­bes­sern
  4. Wan­der­hin­der­nis­se be­sei­ti­gen und Bio­to­pe mög­lichst na­tur­nah ver­net­zen 

 PDF Ak­ti­ons­plan Rhein & Lachs 2020

Schau mal rein

Muscheln im Rhein

Maifische ©Hartmut Arndt

Maifische in der ökologischen Rheinstation für eine Machbarkeitsstudie zur Wiederansiedelung im Rhein