Fließwasserlabore

Wo gibt es gute Wasser- und Bodenproben?

Forscher auf Entdeckungstour © Uni­ver­si­tät zu Köln
Mit Gummistiefeln im Wasser unterwegs

Früher marschierten Wissenschaftler und Studenten in Gummistiefeln an den Ufern des Rheins entlang und nahmen Wasser- und Bodenproben mit in die Labore der Universität. Das dauerte und war nicht immer erfolgreich. Selbst mit  Baggerschiffen und Taucherglocke wurden dem Rhein Bodenproben entnommen, um möglichst authentische Proben der Flusssohle zu erhalten. Das geht nun einfacher.

Der Rhein fließt durchs Labor

Das Rheinwasser fließt durch verschiedene Becken © Uni­ver­si­tät zu Köln
Fließwasserlabor mit verschiedenen Becken

Auf der Ökologischen Rheinstation wird das Wasser aus dem Rhein gepumpt, von Grobpartikeln gefiltert und in Becken, Rinnen und Versuchsanlagen geleitet. Es plätschert ununterbrochen. Das frische Rheinwasser landet bereits nach wenigen Sekunden auf dem Labortisch und durchströmt die verschiedenen Muschel- oder Biofilmkulturen unter ähnlichen Bedingungen wie draußen im Rhein. Mit Videokamera und Mikroskop lassen sich auch die kleinsten Tiere genau beobachten und im Bild festhalten. Je nach Jahreszeit, Wasserstand und Temperatur sind ganz unterschiedliche Organismen im Rhein zu finden.

Das Rheinwasser auf dem Labortisch

Die Versuchsreihe steht auf dem Tisch © Uni­ver­si­tät zu Köln
Die Versuchsreihe steht auf dem Tisch

In den Behältern setzen sich die im Wasser enthaltenen Sedimente ab und bilden einen Lebensraum, der dem Rheinboden ähnelt. Die Fließgeschwindigkeit des Wassers kann reguliert werden und der Versuchsaufbau kann über mehrere Monate hinweg beobachtet werden. Wasser- und Bodenproben stehen nun für die wissenschaftliche Arbeit startklar auf dem Labortisch. Nach dem Laborbesuch fließt das Wasser über ein Rohr in der Bordwand wieder zurück in den Rhein.

Nah dran an der fließenden Welle

Die Strömungsrinne auf dem Außenfloß © Uni­ver­si­tät zu Köln
Naturnahe Lebensbedingungen in der Strömungsrinne auf dem Außenfloß

Eine weitere Strömungsrinne ist draußen unter dem 17m langen Außenfloß befestigt. Die Rinne wird direkt von der "fließenden Welle" des Rheins durchspült. Ein Gitter schützt vor groben Treibgut (< 3 cm). Kleinlebewesen besiedeln die verschiedenen Substrate in der Rinne und die Forscher können die Organismen bequem unter nahezu realen Lebensbingungen im Rhein untersuchen. 

Bilder aus den Laborräumen

Strömungsrinne für Biofilm-Untersuchungen Foto: Beck © Uni­ver­si­tät zu Köln
Frisches Rheinwasser in der Strömungsrinne

 

 

Lange Fließgewässer für im Boden lebende Organismen. Foto: Beck © Uni­ver­si­tät zu Köln
Lange Fließgewässer
Unter dem Mikroskop liegt eine Spezialanfertigung: Der Objekträger kann an Fließwasser angeschlossen werden. Fo­to: Beck © Uni­ver­si­tät zu Köln
Objekträger kann an Fließwasser angeschlossen werden

Proben aus dem Rhein

Die Analyse großer Fließgewässer ist wegen der Flusstiefe und der Fließgeschwindigkeit schwierig. Wie kommt man an die Proben aus der Flussmitte und aus der Stromsohle?

Das Fließwasserlabor

Pro Stunde werden 10 Kubikmeter Flusswasser durch das Labor der Ökologischen Rheinstation gepumpt. Die Wasserversorgung ist ganzjährig und bei allen Wasserständen gesichert.

Presse

  • 08.06.2002 "Der Rhein fließt jetzt direkt durchs Labor"
     www.welt.de